GeoGuess City

GeoGuesser aber gratis

Ein Onlinespiel, bei dem mehrere Leute gleichzeitig raten, wo ein Foto aufgenommen wurde. Man sieht Strassenaufnahmen einer unbekannten Stadt und setzt eine Nadel auf die Karte. Alle spielen synchron, sehen denselben Countdown und beobachten live, wer schon geantwortet hat.

Entstanden im Software Praktikum an der Universität Zürich, fünf Personen, ein Semester. Ich war im Frontend und habe die Koordination im Team übernommen.

Interessant fand ich weniger den Code als die Frage dahinter: Wie führt man mehrere Menschen gleichzeitig durch dieselbe Situation, ohne dass jemand den Faden verliert?

Year

2026

Worum es geht

Geografiespiele gibt es viele. Die meisten spielt man allein. Wir wollten den sozialen Moment nach vorne holen. Jemand macht eine Lobby auf, teilt einen Code, Freunde springen rein. Die Runde läuft für alle gleichzeitig.

Der Ablauf ist schlank. Name eingeben, beitreten, spielen. Nach jeder Runde kommt die Lösung, dazu der Punktestand. Dann geht's automatisch weiter. Kein Konto, keine gespeicherten Daten.

Frontend: Next.js und TypeScript. Karte: Leaflet. Backend: Spring Boot. Synchronisiert über WebSocket. Die Bilder kommen von der Mapillary API.

Meine Rolle

Im Frontend ging es vor allem um die Spielansicht. Bild, Timer, Karte, Spielerliste, alles auf einem Screen. Alles reagiert auf Ereignisse vom Server.

Der grössere Teil der Arbeit steckte aber woanders: in den Fällen, wo etwas schiefgeht. Verbindung bricht ab. Jemand verlässt die Lobby. Der Host schliesst den Browser. Passiert selten, ruiniert aber die Runde für alle, wenn das Interface nicht vorbereitet ist.

Daneben habe ich das Projektboard aufgesetzt, Issues verteilt und geschaut, dass Frontend und Backend nicht aneinander vorbeientwickeln.

Die Verbindung zur Kommunikationswissenschaft

Ich studiere Kommunikationswissenschaft im Hauptfach, Informatik im Nebenfach. Hier kam beides zusammen.

Ein Interface sagt ständig etwas. Was gerade wichtig ist. Was gerade passiert. Klickt jemand auf die Karte und sieht nicht sofort, dass die Antwort angekommen ist, klickt er nochmal. Technisch ist da wenig dran. Eigentlich ist es ein Kommunikationsproblem.

Nähe ohne Gesichter. Die Namen aller Mitspielenden stehen am Bildschirmrand. Sobald jemand antwortet, färben sie sich grün. Mehr nicht. Das eine Signal reicht, um Druck und Gemeinschaft gleichzeitig zu erzeugen, ganz ohne Worte.

Testen heisst zuschauen. Wir haben mit Leuten getestet, die weder das Spiel noch Informatik kannten. Die Frage, ob etwas verständlich sei, bringt wenig. Fast alle sagen ja. Aufschlussreich wird's, wenn man zuschaut: wo zögert jemand, wo sucht er den falschen Knopf. Genau das reizt mich an der Nutzerforschung.

Was ich mitgenommen habe

Der Abstand zwischen einer guten Idee und einem funktionierenden Produkt besteht fast nur aus Detailfragen. Erklärt sich der nächste Schritt von selbst? Merkt man, dass etwas passiert ist?

Für mich ist das der Kern von UX Research. Mein Nebenfach ist für mich kein Zusatzfach, sondern das Werkzeug, mit dem ich meine eigentlichen Fragen überhaupt überprüfen kann.

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